Mittwoch, 13. September 2017

Empfehlenswerter Ideenreichtum / Für alle, die schreiben oder es wollen

Ein Seminarbericht

Vor fünfzig Jahren hatten Autoren viel weniger Möglichkeiten, ihre Werke zu veröffentlichen, als heute in Zeiten des Ebooks, Selfpublishings und Drucks "on demand". Kleinverlage schießen wie Unkraut aus dem Boden und täglich werden Veröffentlichungen auf den Markt „geschleudert.“

Der Autor/ die Autorin droht, in der Masse unterzugehen, wenn er/sie nicht dafür sorgt, wahrgenommen zu werden, und die Basis hierfür ist, bestmögliche Qualität zu veröffentlichen.

Für Autoren gibt es keine Ausbildungsordnung wie in anderen Berufen, man fängt in der Regel einfach irgendwie an. Umso wichtiger ist die eigenverantwortliche Fortbildung.

Ich habe ein Seminar besucht, das ich für diese Zwecke dringend jedem Schreibfanatiker empfehlen kann.
Als Dozenten fungierten Thomas Finn, Boris Koch, Markus Heitz und Sina Beerwald, alles Autoren, die seit vielen Jahren bei den großen Publikumsverlagen erfolgreich ihre Bücher veröffentlichen und somit neben ihrem Fachwissen einen großen Erfahrungsschatz als Brancheninsider weitergeben können.

Neben Informationen rund um die Veröffentlichung und das Marketing wurde vor allem eins klar:
Das Wichtigste, um Erfolg zu haben ist solides Handwerk. Das Zweitwichtigste für den Erfolg ist, solides Handwerk anzuwenden und das Drittwichtigste ist Disziplin und Kontinuität.

Die Arbeitsweisen der Autoren variieren. So lieferten sich auch in diesem Seminar die Bauchschreiber ein höchst amüsantes „Gefecht“ mit den Plotkonstrukteuren. 
Jeder muss seinen eigenen, persönlich richtigen Weg finden, aber Voraussetzung hierfür ist: Umfassendes Wissen über bestmögliches Handwerk, denn egal ob aus dem Bauch heraus oder auf dem Papier konstruiert, wenn der Aufbau des Romans Mängel hat, ist er nicht lesenswert.

Die Dozenten gaben uns wertvolle Informationen über alles, was für Autoren wichtig ist. Es ging um Begriffe und Schlagworte, wie "Show it, don't tell it", um Stuktur und reisende Helden, um Figuren und Welten, dem Stellenwert der Genrezuordnung, der Recherche, dem Marketing, dem Anschreiben an Verlage, den berühmten Pitch und das aussagekräftige Exposé, um nur einige zu nennen.

Während der Pausenzeiten standen die Dozenten unermüdlich jedem Teilnehmer für individuelle Fragen zur Verfügung, was keinesfalls eine Selbstverständlichkeit ist.

Obwohl ich zu Beginn meiner Autorentätigkeit Fortbildungen absolviert habe und es gewohnt bin, autodidaktisch zu lernen und nun bereits hauptberuflich Romane veröffentliche, bot dieses Seminar mir einmal mehr wichtigen Input über meinen Beruf, das mich wieder ein gutes Stück weitergebracht hat.

Ich empfehle dieses Seminar jedem, der ernsthaft die Schreiberei zu seinem Beruf machen will. Die Inhalte, sowie das in jeder Weise sehr liebevoll gestaltete Drumherum der Gastgeberinnen waren absolute Spitze.

Vielen Dank an Sonja Rüther, Nicole Zöllner und alle anderen.


Im Internet ist dieses Seminar und zu finden unter:



***

Alles über meine Bücher finden Sie auf:

Samstag, 22. Juli 2017

Der Kampf ums Facebook Like

Liebe Kollegen / Kolleginnen, liebe Leser / Leserinnen, liebe Freunde beiderlei Geschlechtes

wir Schreiberlinge machen Werbung auf  Facebook, um Lesern und Leserinnen unsere Bücher zu zeigen. Und wir alle haben Existenzängste, denn das böse Facebook schränkt bekannterweise ständig die Reichweite ein, um uns alle zu ärgern. Also muss man sich doch gegenseitig alles liken, was nur zu liken geht, damit wir wenigstens das Gefühl haben, sichtbar zu sein, in dieser großen imaginären Internetwelt.

Bei mir sieht die Rechnung so aus:

Ich habe 951 Freunde (auf facebook, nicht in echt). Wenn die alle einmal am Tag etwas posten, muss ich 951 Posts lesen. Viele davon posten aber mehrmals, so komme ich locker auf gefühlte 2000 Posts.
Nebenbei habe ich noch ein paar interessante Seiten abonniert, auf denen auch regelmäßig etwas geschrieben wird und natürlich bin ich Mitglied in einigen Gruppen, von denen ich die Beiträge diverser anderer Mitglieder zu sehen bekomme.  Alles in allem müsste ich mehrere Stunden am Tag vor dem Facebookbildschirm verbringen, um alles zu sehen und zu liken, was auf meinem Monitor erscheint.

Hinzu kommt: Facebook merkt sich, was ich like und zeigt mir daraufhin die Informationen, von denen es aufgrund meiner vorherigen Likes annimmt, dass ich sie sehen möchte. Das ist Manipulation. Es verändert meine Sicht auf die Dinge der Welt.
Das finde ich doof, denn ich entscheide ganz gern selbst, was ich sehen und denken möchte.

Viele Freunde posten Informationen, die mich gar nicht interessieren, deswegen habe ich sie nicht mehr abonniert. Freunde von mir interessiert vielleicht gar nicht, was ich zu sagen habe, deswegen haben sie mich nicht abonniert. Vermutlich bin ich mit einigen Leuten "befreundet" und wir hören gegenseitig nichts voneinander, weil wir uns nicht abonniert haben, weil wir uns gar nicht füreinander interessieren.

Ganz schön tüddeliger Schwachsinn, das ganze System, oder?

Wenn ich also Eure Beiträge nicht kommentiere oder like, habe ich sie vermutlich ganz einfach nicht gesehen.

Ihr kennt das? Ihr postet genau aus dem Grund die gleichen Inhalte fünfzig mal am Tag? Damit ich sie auf jeden Fall zu Gesicht bekomme?

Euch habe ich eventuell nicht mehr abonniert, weil ich Eure immer gleichen Posts so oft gesehen habe, dass ich von meinen anderen Freunden kaum noch was auf den Bildschirm bekam.  Das war doof. Tut mir leid.

Schlussfolgerung?

Facebook  ist überlaufen.  Ich denke deswegen darüber nach, einen regelmäßigen Newsletter zu versenden. Bitte gebt mir doch mal in den Kommentaren oder per kurzer Mitteilung über meine Homepage www.liebelesenleben.de  ein Feedback darüber, ob Ihr gerne neues von mir per Email mitgeteilt bekommen würdet. Vielen Dank!

Liebe Leserinnen und Leser, wenn Ihr einen Roman gelesen habt, der Euch gefiel, bitte hinterlasst eine kurze Bewertung auf Eurem Kaufportal und erzählt im ganz normalen Leben euren echten Freunden von diesem Buch, wir Autoren danken es Euch.

Herzlichst

Sara-Maria Lukas








Freitag, 23. Juni 2017

Vom aktuellen Schreibtisch

Unlektoriert!!! Wer Fehler findet, darf sich freuen!!!

„Okay, dann sag mir, worauf du stehst und wir machen uns eine angenehme gemeinsame Stunde in einem von Henrys feinen Spielzimmern.“
„Nein, danke.“
Tyler winkt ab. „Doch Hobby-Anfängerin und auch noch zu feige, es durchzuziehen. Fahr nach Hause, Mädchen. Ein Club wie dieser ist nichts für dich.“
„Nur weil ich kein Interesse an dir habe, heißt das nicht, dass ich ....“
Bevor sie den Satz zu Ende gefaucht hat, ist er aufgesprungen, hat sie an der Schulter gepackt und herumgeschleudert, was dank des drehbaren Barhockersitzes ein Kinderspiel ist. Sie stößt einen kurzen spitzen Schrecklaut aus, der ein Vibrieren in seinen Adern erzeugt. Was für ein herrliches, reines Aphrodisiakum für sein sadistisches Wesen.
Seine Hände landen rechts und links von ihr am Tresen und sein Gesicht direkt vor ihrem. „Du kannst ja nicht mal aussprechen, was du willst, also mäßige deinen Ton, Honey“, zischt er und registriert mit Vergnügen das Beben ihrer Unterlippe, als sie hektisch schluckt.

Es ist wie verhext, sie sollte jetzt wirklich definitiv aufhören, ihn noch weiter zu reizen, doch sie kann nicht. Sie denkt nicht mehr, weil sie so erregt ist, wie nie zuvor in ihrem Leben, weil alles in ihr zu ihm drängt, weil dieser Scheißkerl dem Typen aus ihren Phantasien entspricht und vor allem, weil ihr Gehirn vor lauter Begehren seine Tätigkeit eingestellt hat. Verflixtes, teuflisches Hormonchaos.
Er ist ihr so nah, dass sein Duft sie einlullt. Es ist nur eine sehr schwache Nuance irgendeines Parfüms oder Aftershaves, sondern vor allem purer maskuliner Körpergeruch, so persönlich und dicht, als läge sie im Bett unter ihm. Ihr Herz hämmert vor lauter Angst ganz oben im Hals, aber die Gier, ihm Respekt abzutrotzen, ist stärker.
Sie hebt das Kinn und zieht die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen. „Ich stehe auf Fesseln und Schläge, doch vor allem“, sie packt ihm frech zwischen die Beine, „auf ausdauernd harten Schwanz in Vagina. Sollte der Ober-Wichtigtuer-Dom mit dem Begriff Ausdauer nicht überfordert sein, wäre ich ausnahmsweise mit einer Session einverstanden. Wohlgemerkt nur, weil es mich reizt, eins der Spielzimmer in diesem Club auszuprobieren, bevor ich mich entscheide, hier Mitglied zu werden.“
Innerlich vibrierend, aber äußerlich gespielt gelangweilt seufzend, lehnt sie sich lässig zurück. „Alternativen stehen ja heute leider nicht zur Verfügung.“
Seine Mundwinkel zucken und eine Sekunde lang erkennt sie in seiner Mimik Anerkennung. Der Triumph erzeugt ein herrliches, heißes Kribbeln auf ihrer Haut.
Dann legt der fiese Arsch den Kopf in den Nacken und lacht schallend.
Sie presst wütend die Hände auf seine Brust und will ihn wegschupsen, doch sein Körper weicht nicht einen Millimeter. Immer noch lachend greift er nach ihrem Handgelenk und zieht sie vom Barhocker. „Auf geht‘s, du kleine, freche Göre.“


Aus "Cool down, Püppchen"  Reihe Hard & Love 3

Zur Verlagsseite


Samstag, 10. Juni 2017

Der Tod kommt


Für alle, die jetzt erschrecken und sich fragen: Was ist los? … Pferd krank? Mensch krank? Katze überfahren? … oh je, der Tod!… was für eine Katastrophe ....

Beruhigt Euch, es ist herrlichster Sonnenschein, alle Pferde sind gut gelaunt und ich fahre heute der Liebe wegen in das schöne Timmendorf an der Ostsee.

Warum erschreckt uns das Wort Tot so sehr?
Jeden Tag sterben Menschen, Millionen von Nutztieren in Schlachthäusern, unsere Freunde, Hunde, Katzen, Pferde, Omas und Opas, Väter und Mütter … und die eine oder andere von meinem Kater erwischte Maus im Garten. Erst gestern habe ich wieder die Nachricht von einem plötzlich aus dem Leben gerissenen Menschen erfahren.

Der Tod ist normal und tagtäglich so gegenwärtig und präsent wie ein Becher Kaffee, ein Regenschauer oder die Mücke, die mich heute Nacht ins Bein gestochen hat. Und trotzdem benehmen wir uns, als wäre es anders, als wäre es eine außergewöhnliche Sache, wie ein Erbeben oder ein Meteoriteneinschlag.

Trotz Versicherungen, Fahrradhelmen, Altersvorsorge und Airbags im Auto … der Tod kommt, denn er gehört dazu, auch für uns Menschen im reichen Europa mit bester medizinischer Versorgung.

Der Tod ist gerecht, jeden erwischt es. Garantiert. Das Universum nimmt gleichgültig alles, Fliegen, Mücken, Mäuse, Schlachtferkel, Menschen. Wir sind da keinen Furz besonderer als Tiere oder wegen unseres Konsumdenkens verhungernder Straßenkinder in … na jedenfalls ganz weit weg.

Die einzig wichtige Frage sollte sein: Mit welchem Gefühl empfange ich ihn?
Sage ich schockiert: Was? Jetzt schon? Ich wollte doch noch so viel … und hätte ich gewusst, dass es so früh vorbei ist, hätte ich doch anders gelebt.
Oder kann ich sagen: Tod? Aha, also jetzt bin ich an der Reihe.? Okay … zum Glück war die Zeit, die ich hatte, gut. Ich hab sie genutzt und so gelebt, wie es mir gefiel. Also, was soll's. Bin ja mal gespannt, was jetzt kommt.

ICH WÜNSCHE EUCH ALLEN EINEN WUNDERSCHÖNEN TAG! GENIESST WAS IMMER IHR GENIESSEN WOLLT!

In meinem neuen Roman geht es übrigens auch um verpasste Chancen,
und natürlich um ganz viel Liebe, Humor, prickelnde Erotik und ein tolles Happy End.

Infos auf meiner Homepage:




Sonntag, 28. Mai 2017

Einblick in den Autorenalltag


Viele Leute glauben, Liebesromane zu schreiben, wäre ein lockerer Job. Man setzt sich gemütlich hin, beginnt zu träumen und ganz nebenbei tippt sich die Geschichte von alleine.
So ist es aber nicht. Ein Autorenleben kann manchmal ganz schön stressig sein … beispielsweise wenn der Tag so beginnt:

Protagonist tippt auf den Laptop: „Schreibst du heute endlich weiter an meiner Geschichte?“
Autorin: „Ich muss erst Buchführung machen und einkaufen. Wäsche waschen ist auch überfällig.“
Protagonist: „Aber ich will sie endlich in meinem Bett.“
Protagonistin genervt stöhnend zur Autorin: „Geh an Deine Buchführung.“
Protagonist zur Protagonistin: „Willst du etwa nicht in mein Bett?“
Protagonistin seufzend: „Nein.“
Autorin reißt die Augenbrauen hoch. „Was? Du willst meinen Plot durcheinanderbringen?“
Protagonist nickt Protagonistin zu. „Da siehst du was Du anrichtest, jetzt kann sie heute Nacht nicht schlafen.“
Protagonistin: „Dann hätte sie mir einen charmanteren Kerl aussuchen müssen.“
Autorin verdreht die Augen. „Ich gehe jetzt Buchführung machen.“
Protagonist: „Schreibst Du sie mir dann heute Nachmittag in mein Bett?“
Autorin: „Vielleicht.“
Protagonistin: „Ich fände besser, wenn ich im nächsten Kapitel noch einen Typen kennenlerne und dann eine Entscheidung treffen darf.“
Protagonist an Autorin: „Du hörst ja wohl hoffentlich nicht auf sie.“
Autorin: „Das wäre vielleicht eine nette Episode am Rande.“
Protagonistin: „Oh ja, einen Millionär bitte, in Anzug und weißem Hemd und braungebrannt muss er sein.“
Protagonist an Protagonistin: „Du hast sie doch nicht mehr alle. Wenn sie so einen reinschreibt, steige ich aus.“
Protagonistin: „Hey, Autorin! Wo rennst Du denn hin?“




Sonntag, 30. April 2017

Aus Veichentränen, Reihe Cafe au lait 3


Klappentext

Christin, die Geschäftsführerin des Café Anderson in Bremen, hatte eine anscheinend perfekte Kindheit, sieht toll aus und alle mögen sie. 
Niemand kennt die echte Christin, die sich unter der Maske aus Disziplin gemixt mit Freundlichkeit verbirgt. 

Als ihr Lebensgefährte Leon sie betrügt, kann sie das Bild der emanzipierten, immer gelassenen Frau nicht mehr aufrechterhalten. Sie fällt in ein tiefes Loch, aus dem Luca, der Freund aus Kindertagen, sie mit ganz viel Liebe, Witz und einer gehörigen Portion Frechheit befreit.


Textschnispelchen

Er warf den Kopf in den Nacken und lachte. »Nein, Sadomasochismus erregt mich nicht und Laura auch nicht, aber dein Gebrüll vielleicht. Es wäre einen Versuch wert.«

»Du wirst mich nicht brüllen hören, also könntest du dich jetzt wieder neben mich setzen und mich von meinem Wein trinken lassen.«
Wieder ein freches Grinsen. »Nö. Sag mir erst deutlich und eindringlich, was du von dem hältst, was ich gerade tue.«
»Das habe ich doch bereits.«
»Nicht deutlich und eindringlich genug.«
Sie stöhnte genervt. »Luca, bitte.«
»Reicht noch nicht.«
»Luca!«
»Schon besser. Aber da geht noch mehr.«
Genervt stemmte sie die Hände gegen seine Brust. »Lass mich los. Komm schon, das ist wirklich albern.«
Er schüttelte den Kopf »Gib dir mehr Mühe und beeil dich, sonst könnte ich auf die Idee kommen, dich mal ordentlich durchzukitzeln.«
»Wehe! Lass mich! Verdammt! Sofort! Los!«
Lachend rollte er zur Seite und zog sie mit, sodass sie auf seinem Körper landete. Er küsste sie auf die Stirn. »Na also, geht doch.«
Nun musste sie auch kichern und boxte ihn gegen die Brust. »Du bist blöd.« Sie krabbelte von ihm hinunter und setzte sich wieder gesittet hin.
Er blieb halb hinter ihr liegen. Den Ellenbogen aufgestützt, den Kopf in die Hand gelegt, betrachtete er sie eingehend.
»Starr mich nicht so an.« Mürrisch drehte sie ihm den Rücken zu.
Feixend setzte er sich auf, lehnte sich gegen den Baumstamm und zog sie entschlossen zwischen seine Beine rückwärts dicht an seinen Körper. Was sollte das denn jetzt? Steif lehnte sie an seiner Brust.
»Chris, lass locker. Seit so vielen Jahren träume ich davon, dich in meinen Armen zu halten. Ich will das jetzt endlich ausgiebig tun.«
»Ich bin locker.«
Seufzend lehnte er seine Wange gegen ihren Hinterkopf. »Hör zu, Süße. Ich kenne dich, deine Mimik und deine Körpersprache. Ich kann dich lesen, Chris, viel besser, als du denkst.





Freitag, 24. März 2017

Aus "Nichts ist wie es scheint"

Sie sah ihn mit großen Augen an. Da fühlte er dieses Ziehen tief im Körper. Es überfiel ihn unerwartet und einen Moment lang versank er mit allen Sinnen in ihrem Blick, konnte sich nicht losreißen. Doch er zwang sich, das Gesicht abzuwenden. Ärgerlich runzelte er die Stirn. „Guck mich nicht so an, Prinzessin.“
Sofort senkte sie den Kopf und schob nervös die Hände unter die Oberschenkel. Sie wirkte wie ein verlegener Teenager, der dabei ertappt wurde, einen erwachsenen Mann anzuhimmeln. Nervös kaute sie auf ihrer Unterlippe.
„O Shit.“
Sie zuckte zusammen, runzelte die Stirn, und ihm wurde klar, dass er laut gedacht hatte.
Schon wieder dieser Blick.
Verdammt, dieser Mund. Solche Lippen mussten einen Mann ja um den Verstand bringen. Er atmete tief durch. „Hey, schau mich nicht so an. Ich bin nicht der Richtige … für so was. Wir haben einen Deal, ein Geschäft. Mehr nicht. Klar?“ Leo stand auf. „Ich gehe lieber. Hier.“ Er holte das Handy aus der Tasche und hielt es ihr hin. „Meine Nummer ist drin. Lern sie auswendig und lösche sie. Lösche immer alle Listen, falls es mal in falsche Hände gerät.“
Sie erhob sich auch, trat dicht vor ihn und nahm ihm das Handy ab. „Danke.“
„Schon gut. Versteck es sorgfältig. Melde dich, wenn es was Neues gibt.“
Sie nickte, langsam, zögernd und dann lagen auf einmal ihre Lippen auf seinem Mund und ihre Hände auf seiner Brust. Es fühlte sich so weich an, so warm, so lockend. Als er sie an den Schultern fasste, um sie wegzuschieben, gehorchten die Muskeln seinem Willen nicht, und er zog sie näher zu sich heran. Sie öffnete den Mund, lud ihn unmissverständlich ein, und er nahm die Einladung an. Seine Zunge drängte zwischen ihre Lippen und traf ihre, die sich um die seine schlang, als hätte sie bereits sehnsüchtig darauf gewartet, dieses Spiel mit ihm zu spielen. Er griff in ihre Haare und sie legte willig den Kopf in den Nacken, ließ sich von ihm halten, während ihr Kuss immer intensiver wurde. Zu lange hatte er keine Frau angefasst, sodass ihn die Gefühle völlig unerwartet und unkontrolliert überfielen. Mit so etwas hatte er nicht gerechnet. Er war nicht vorbereitet auf diese Versuchung, und sein Körper reagierte viel zu schnell. Hart und fordernd presste sich sein erigiertes Glied an ihren Unterleib. Sein Atem wurde schneller, sein Kuss fordernder, seine Umarmung fester.
„Nein!“
Ihre schrille Stimme und die unerwartete Gegenwehr holten ihn in die Wirklichkeit zurück. Erschrocken ließ er los, und sie taumelte einen Schritt zurück. Nur noch Panik lag in ihrem Blick.
„Keine Angst, schon gut, ich tu dir nichts.“ Er hob beschwichtigend die Hände, während sich sein Atem beruhigte. „Verdammt, Claire, warum machst du das?“
Sie schien verwirrt, als würde sie sich selbst nicht verstehen.