Autorenblog

Freitag, 24. März 2017

Aus "Nichts ist wie es scheint"

Sie sah ihn mit großen Augen an. Da fühlte er dieses Ziehen tief im Körper. Es überfiel ihn unerwartet und einen Moment lang versank er mit allen Sinnen in ihrem Blick, konnte sich nicht losreißen. Doch er zwang sich, das Gesicht abzuwenden. Ärgerlich runzelte er die Stirn. „Guck mich nicht so an, Prinzessin.“
Sofort senkte sie den Kopf und schob nervös die Hände unter die Oberschenkel. Sie wirkte wie ein verlegener Teenager, der dabei ertappt wurde, einen erwachsenen Mann anzuhimmeln. Nervös kaute sie auf ihrer Unterlippe.
„O Shit.“
Sie zuckte zusammen, runzelte die Stirn, und ihm wurde klar, dass er laut gedacht hatte.
Schon wieder dieser Blick.
Verdammt, dieser Mund. Solche Lippen mussten einen Mann ja um den Verstand bringen. Er atmete tief durch. „Hey, schau mich nicht so an. Ich bin nicht der Richtige … für so was. Wir haben einen Deal, ein Geschäft. Mehr nicht. Klar?“ Leo stand auf. „Ich gehe lieber. Hier.“ Er holte das Handy aus der Tasche und hielt es ihr hin. „Meine Nummer ist drin. Lern sie auswendig und lösche sie. Lösche immer alle Listen, falls es mal in falsche Hände gerät.“
Sie erhob sich auch, trat dicht vor ihn und nahm ihm das Handy ab. „Danke.“
„Schon gut. Versteck es sorgfältig. Melde dich, wenn es was Neues gibt.“
Sie nickte, langsam, zögernd und dann lagen auf einmal ihre Lippen auf seinem Mund und ihre Hände auf seiner Brust. Es fühlte sich so weich an, so warm, so lockend. Als er sie an den Schultern fasste, um sie wegzuschieben, gehorchten die Muskeln seinem Willen nicht, und er zog sie näher zu sich heran. Sie öffnete den Mund, lud ihn unmissverständlich ein, und er nahm die Einladung an. Seine Zunge drängte zwischen ihre Lippen und traf ihre, die sich um die seine schlang, als hätte sie bereits sehnsüchtig darauf gewartet, dieses Spiel mit ihm zu spielen. Er griff in ihre Haare und sie legte willig den Kopf in den Nacken, ließ sich von ihm halten, während ihr Kuss immer intensiver wurde. Zu lange hatte er keine Frau angefasst, sodass ihn die Gefühle völlig unerwartet und unkontrolliert überfielen. Mit so etwas hatte er nicht gerechnet. Er war nicht vorbereitet auf diese Versuchung, und sein Körper reagierte viel zu schnell. Hart und fordernd presste sich sein erigiertes Glied an ihren Unterleib. Sein Atem wurde schneller, sein Kuss fordernder, seine Umarmung fester.
„Nein!“
Ihre schrille Stimme und die unerwartete Gegenwehr holten ihn in die Wirklichkeit zurück. Erschrocken ließ er los, und sie taumelte einen Schritt zurück. Nur noch Panik lag in ihrem Blick.
„Keine Angst, schon gut, ich tu dir nichts.“ Er hob beschwichtigend die Hände, während sich sein Atem beruhigte. „Verdammt, Claire, warum machst du das?“
Sie schien verwirrt, als würde sie sich selbst nicht verstehen.





Montag, 6. März 2017

Veilchentränen Schnipselchen

Textschnipselchen

aus Veilchentränen
Cafe au lait und ganz viel Liebe 3

NEU IM MÄRZ

ACHTUNG Blogger:
Für Rezi - Exemplare bitte direkt den Bookshouseverlag ansprechen. Danke!

Christin bewegte sich nicht mehr. Sie saugte das Gefühl von Geborgenheit in sich auf wie ein trockener Schwamm das Wasser.
Als es klingelte, zuckte sie zusammen.
»Das wird Leon sein. Keine Sorge, er bekommt dich nicht zu Gesicht«, beruhigte Luca sie, während er aufstand. »Soll ich ihm irgendetwas ausrichten?«
Christin schüttelte gehetzt den Kopf, und er zog kurz unwillig die Augenbrauen zusammen. Dann lächelte er auch schon wieder und hob beschwichtigend eine Hand. »Kein Problem. Bleib ganz ruhig. Ich lasse ihn nur in den Flur.«
Wie hypnotisiert starrte sie auf die Wohnzimmertür, nachdem er sie hinter sich geschlossen hatte.
Sie hörte, wie sich Leon und Luca begrüßten. »Wo ist sie? Ich will mit ihr reden«, forderte Leon, und jede Muskelfaser ihres Körpers verkrampfte.
Luca hielt Wort. »Sie will niemanden sehen, auch dich nicht«, antwortete er bestimmt.
Erleichtert atmete Christin aus.
Leon seufzte. »Warum denn bloß? Was ist denn in sie gefahren? Das ist doch bescheuert!«
»Was ist am Abend vorher passiert? Hattet ihr Streit?« Lucas Stimme hörte sich ziemlich angriffslustig an.
»Nein, Mann, was soll das? Es war alles ganz normal zwischen uns. Sie war völlig normal.«
»Und an dem Morgen?«, hakte Luca misstrauisch nach.
»Ich habe noch geschlafen, als sie aufgestanden ist und bin erst wach geworden, weil die Nachbarn an der Wohnungstür Sturm klingelten. Da lag Chris schon bewusstlos im Treppenhaus. Ich habe keine Ahnung, was passiert ist. Komm schon, wo ist sie? Sie muss mit mir reden. Ich mache mir doch Sorgen.« Seine Stimme klang bittend, nicht fordernd. Es war die Stimmlage, mit der er sie immer zum Nachgeben brachte, und sie war nahe dran, aufzuspringen und sich hinter der Couch zu verstecken. Doch Luca ließ sich nicht beeindrucken. »Sie will nicht. Vergiss es.«
»Fuck! Sie kann sich doch nicht einfach so verstecken!«
»Warum nicht?«
»Warum nicht? Warum nicht?« Seine Stimme wurde jetzt ungeduldig. »Ich bin ihr Freund, schon vergessen? Außerdem gibt’s auch so einiges zu regeln, wenn sie länger wegbleibt. Da liegen Rechnungen, die bezahlt werden müssen.«
»Das wirst du doch erst mal übernehmen können.«
»Nein, Mann, kann ich im Moment nicht. Bei mir sieht’s grad nicht so prall aus.«
»Dann werden wir das in den nächsten Tagen regeln. Heute nicht. Geh jetzt. Sie wird sich melden, wenn sie sich besser fühlt«, bestimmte Luca, und sein Tonfall ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass er das Gespräch als beendet betrachtete.
Christin hörte Leon noch unzufrieden grummeln, dann klappte die Wohnungstür zu und Luca kehrte zu ihr zurück.
Sie atmete zitternd aus. »Danke.«
Er hockte sich vor sie und legte die Hände auf ihre Oberschenkel. Sein Blick schien Löcher in ihre Haut zu brennen. »Hat er dir was getan, Chris?«
Ein fieser dicker Kloß verstopfte ihre Kehle, und ihre Augen brannten. Sie schluckte.


Lucas Wangenmuskeln zuckten. »Chrissy, bitte. Sag mir, ob er dir etwas getan hat. Nur ja oder nein, mehr nicht. Das schaffst du.«


Ist Anfang März 2017 im Bookshouse Verlag erschienen

www.liebelesenleben.de


Mittwoch, 1. März 2017

Hilfe, keiner findet mein Buch!

Autoren und Werbung - ein leidiges Thema

Gestern wurde ein Roman von mir veröffentlicht.

Im Zeitalter von Ebooks und Selfpublishing machen Autoren für sich selbst Werbung, wie nie vorher.
Da wird gepostet,  was das Zeug hält, es gibt Gewinnspiele, Leserunden,  Blogtouren ... und wer die meisten Rezis auf Amazon hat ... hat noch lange nicht am meisten verkauft.

Es gibt gute Autoren, weniger gute und andere, die den Namen nicht verdient haben, weil ihre Werke handwerklich so grottenschlecht sind, dass man sich fragt, ob es ihnen nicht peinlich ist, so was zu veröffentlichen und dafür auch noch Werbung zu machen, ohne rot zu werden.

Leser und Leserinnen regen sich über die Masse an Werbung in ihren Facebook-Lesegruppen auf und Autoren haben schlaflose Nächte, weil sie denken, ihr Bestseller geht in der Masse unter, nur weil ihn keiner sieht, wenn sie nicht genug Werbung für ihn machen.

Und dann gibt es noch die anderen. Die ... nennen wir sie mal ... introvertierte Schreiberlinge, denn die sind ganz anders als die, die man heute als Autoren kennt.

Die sitzen tagein tagaus zuhause am Schreibtisch und entblößen in ihren Werken ihre Seele.  Die können einfach nicht anders.
Die schreiben, was ihnen Lebenserfahrung und sorgfältige Recherche gebietet.
Die leiden beim Schreiben mit ihren Protagonisten... ach was, viel schlimmer als sie.
Irgendwann ist eine Geschichte beendet und der Schreiberling hat furchtbare Angst davor, was passiert, wenn jemand diese Geschichte liest.  Gleichzeitig möchte er so gerne, dass seine Protagonisten das helle Tageslicht erblicken dürfen.
Aber hat er sie gut genug geschrieben?
Wurde er seinen Protagonisten gerecht? Wird die Welt ihre Handlungen verstehen?
Je mehr Liebe und Sorgfalt so ein Schreiberling in sein Werk investiert, desto mehr Angst hat er, dass es doch nicht gereicht hat, um den Leser zu erreichen, um ihm das Lesevergnügen zu schenken, auf das er ein Recht hat, wenn er sein schwer verdientes Geld für den Roman ausgegeben hat.

Ein introvertierter Schreiberling zu sein, heißt nicht, dass man besonders hochwertige Literatur fabriziert.
Solche Schreiberlinge schreiben auch einfach nur Geschichten, über das Leben, den Tot, die Liebe, den Sex.  Nur anders eben: Bildlich gesprochen mit ihrem Herzblut, nicht mit der Tinte von Aldi.

Schreiberlinge sind die Nachttiere unter den Autoren. Sie schreiben, weil sie nicht gerne reden.  Sie geben ihre Werke  in die Welt, weil sie sich selber lieber aus derselben zurückziehen.
Sie leiden Todesängste am Tag der Veröffentlichung ihres Gedankengutes und erst wenn die ersten positiven Leserreaktionen eintreffen, können sie allmählich wieder zaghaft ausatmen.

Vor dreißig Jahren gab ein Autor sein Werk dem Verlag, der es im Buchhandel verkaufte.  Gleichzeitig veröffentlichte man unter einem Pseudonym, wenn man nicht darauf erpicht war, als Person in der Öffentlichkeit zu erscheinen.

Heute sind Pseudonyme ein Teil der Werbung.  Erotik unter einem amerikanisch klingenden Namen verkauft sich einfach besser.
Heute verkaufen zwar auch Verlage Bücher, aber vom Autoren wird gleichzeitig erwartet, dass er für sich selbst Werbung macht, auch wenn er doch nur ein armer introvertierter Schreiberling ist und die meisten introvertierten Schreiberlinge passen sich dem an, obwohl sie sich damit nicht wohl fühlen.

Gestern wurde ein Roman von mir veröffentlicht, und einige von Euch, die bis hierher gelesen haben, schmunzeln jetzt und sagen ... ganz schön raffinierte Werbung ....
Vielleicht ist es das, aber so ist dieser kleine Beitrag nicht gemeint.  Unten findet Ihr meine Homepageadresse und darauf alle bisher veröffentlichten Romane. Bitte kauft nur, was Euch wirklich reizt.  Und ja, natürlich freue auch ich mich über positive Rezensionen, aber bitte schreibt sie nur, wenn sie ehrlich sind und von Herzen kommen. Danke.

Ich habe beschlossen, meine Zeit nicht damit zu verbringen, darüber zu grübeln, wie viel Werbung ich für meinen neuen Roman wo poste, ohne jemandem auf die Nerven zu gehen ... ich lasse es einfach.

Also:
Wer sich für meine Bücher interessiert, möge bitte eine meiner Autorenseiten auf facebook abonnieren, oder falls er / sie keine sozialen Netzwerke mag, kann er/ sie mir auch eine Email schreiben, wenn er/ sie über Neuigkeiten aus meinem Schreiberlingdasein informiert werden möchte.
Blogger, die sich für meine Arbeit interessieren: Bitte  wendet Euch für Rezi-Exemplare direkt an die Verlage. Ich danke Euch.

Ich wünsche Euch allen eine gute Zeit.

www.liebelesenleben.de